16. Mai 2017Medien

Mit Virtual Reality Eltern für digitale Medien sensibilisieren

Mit Bildern und Videos können Botschaften eingängig vermittelt werden. Das gilt auch in der Prävention. Die Plattform Jugend und Medien des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlicht heute die ersten Virtual-Reality-Präventionsvideos zu den Chancen und Risiken digitaler Medien. Die Clips richten sich an Eltern und Grosseltern von 7- bis 12-jährigen Kindern. Die Neuheit besteht in der verwendeten Technik: Dank Virtual Reality können die Erwachsenen in die Welt des Kindes eintauchen und dessen Erfahrungen hautnah aus dessen Sicht erleben.


Videos sind ein unverzichtbares Instrument, um Botschaften zu vermitteln. Sie sind leicht zugänglich, und Informationen werden schnell verstanden. Heute veröffentlicht die Plattform Jugend und Medien die ersten zwei von insgesamt sechs Videoclips zur Unterstützung der Präventionsarbeit. Sie wurden angeregt durch Akteure aus der Praxis. Die Videos sollen das Interesse der Eltern dafür wecken, wie ihre Kinder digitale Medien nutzen, und sie sollen motivieren, mit Kindern darüber zu sprechen und sie in der Entwicklung ihrer Medienkompetenzen zu begleiten. Das BSV setzt hierzu auf die neue Technik der virtuellen Realität. Erstmals in der Schweiz wurden Präventionsvideos in 360°-Technik aus der Perspektive des Kindes produziert. Dadurch werden die Eltern nicht nur informiert, sie können selber in die digitale Welt ihrer Kinder eintauchen. So können sie die positiven oder negativen Emotionen miterleben, die Jugendliche über ihre Tablets, Smartphones oder Spielkonsolen erfahren.
Kennen Sie die Lieblingsapps Ihres Kindes? Wissen Sie, wie viel Zeit Ihr Kind im Internet verbringt? Wie kann man Cybermobbing erkennen? Wie kann man über gewalttätige und pornografische Inhalte reden, mit denen Ihr Kind manchmal konfrontiert ist?

Jedes der sechs Präventionsvideos beginnt mit einer Reihe von Fragen an die Eltern. Thematisiert werden die sozialen Netzwerke, Regeln zur Nutzung der digitalen Medien oder auch die Verzerrung der Realität. In den Videos führen Amare (7 Jahre), Léa (10 Jahre) und Paul (12 Jahre) die Zuschauer durch Geschichten über Cybermobbing, Gewaltinhalte, Pornografie und exzessives Gamen. Die behandelten Themen und die Botschaften wurden gemeinsam mit Expertinnen von Elternplanet, zischtig.ch, elternet.ch und Action Innocence, ausgearbeitet. Die Fachpersonen kennen den Handlungsbedarf und haben Erfahrung darin, solche Themen mit Eltern zu besprechen.

Virtual Reality wird bereits in der Schule, in Videospielen, im Marketing oder in der Medizin erfolgreich eingesetzt. Für Kinder ist die Technik jedoch nicht ganz ohne Risiko. Sie kann beispielsweise Schwindelgefühle auslösen oder Angstgefühle verstärken. Bei der Nutzung durch Kinder und Jugendliche ist somit Vorsicht geboten. Für die Prävention bei Eltern ist Virtual Reality jedoch ein ideales Instrument, das ihnen dank des Mittendrin-Gefühls eine neue Sichtweise auf ein Thema vermittelt. Die 360°-Videos von Jugend und Medien erleichtern den Dialog zwischen Eltern und Kindern, wecken die Neugier und entmystifizieren den Zugang zu den neuen Technologien.
Die VR-Videos sind auf dem Youtube-Kanal sowie auf der Website der Plattform Jugend und Medien abrufbar und können ohne Zusatzausrüstung auf Smartphones oder Computern angeschaut werden. Um die volle Immersionserfahrung in 360° zu machen, wird jedoch empfohlen, eine Spezialbrille oder ein Cardboard sowie Kopfhörer aufzusetzen und die Filme via die App «Jugend und Medien VR» (siehe QR-Codes auf Beilage) zu schauen.
https://www.youtube.com/jugendundmedien
http://www.jugendundmedien.ch/VR

Nationale Plattform Jugend und Medien
Die Plattform Jugend und Medien des Bundesamtes für Sozialversicherungen fasst das aktuelle Wissen zur Förderung von Medienkompetenzen zusammen. Eltern, Lehrkräfte und andere Erziehende können dieses nutzen, um Kinder in der digitalen Welt so gut wie möglich zu begleiten und zu informieren. Die Plattform entwickelt und unterstützt Präventions- und Forschungsprojekte und bietet Fachleuten Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.
www.jugendundmedien.ch