08. August 2017Amtsleitung

Schuljahresbeginn mit neuem Lehrplan

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Thurgauer Volksschulen steigt um 1,4 % auf rund 29 300. Das bedarf einer vorausschauenden Planung aller Beteiligten. Weitere Herausforderungen betreffen die Umsetzung des neuen Lehrplans und die Planung von Optimierungsmassnahmen zugunsten des Frühfranzösisch.

Zum Schuljahresbeginn erwarten die Volksschulen im Thurgau 29 300 Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur Sekundarschule. Das bedeutet einen Anstieg von 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognosen gehen auch weiterhin von leicht steigenden Zahlen aus. Das fordert die Schulgemeinden im Bereich der Schulraumplanung. Es gilt vorausschauend festzustellen, an welchen Standorten sich der Bedarf verändert. Heinz Leuenberger, neuer Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, weiss um diese Schwierigkeiten. Er traut den Schulbehörden im Kanton aber auch zu, diese Herausforderungen zu meistern. Die Sonderschulquote betrug 2,7 %. Das entspricht knapp 800 Sonderschülerinnen und Sonderschülern, 0,3 % weniger als im Vorjahr. Rund 18 % der Sonderschülerinnen und Sonderschüler werden im Rahmen von Integrativen Sonderschulungen in den Regelklassen beschult.

Gleichzeitig sind die Schulen gefordert, die nötige Anzahl Lehrpersonen zu finden. Im vergangenen Schuljahr blieb die Anzahl der Lehrpersonen mit rund 2 100 Vollzeitäquivalenten trotz leicht steigender Schülerinnen- und Schülerzahlen stabil. Da die Klassengrössen im kantonalen Schnitt deutlich unter den vorgeschriebenen Maximalgrössen liegen, führen steigende Schülerinnen- und Schülerzahlen nicht unmittelbar zu einem Mehrbedarf an Lehrpersonen. Die Stellenbesetzung für das neue Schuljahr verlief weitgehend problemlos. Am schwierigsten gestaltet sich die Suche weiterhin bei den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen.

Mit dem neuen Schuljahr tritt der neue Lehrplan Volksschule Thurgau in Kraft. Die kantonalen Einführungsarbeiten sind grundsätzlich abgeschlossen. Nun erfolgt die Umsetzung in den Schulgemeinenden vor Ort. Für die Umsetzung ist ein Zeitraum von vier Jahren vorgesehen. Der Kanton definiert Umsetzungsziele in den Bereichen Basiswissen zum Lehrplan, Lern- und Unterrichtsverständnis, Fachbereichs- und Modullehrpläne, Kompetenzorientierter Unterricht, Aufgabenkultur und Beurteilung. Für Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschule, entspricht das Nebeneinander einer lokal angepassten Umsetzung und gemeinsamer kantonaler Ziele dem bewährten System der teilautonomen Schulgemeinden im Thurgau.

In den Debatten um die Zukunft von Frühfranzösisch im Thurgau kündigte der Regierungsrat verschiedene Optimierungsmassnahmen an. Gemeinsam mit Bildung Thurgau, dem Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter sowie dem Verband der Schulgemeinden plant das Amt für Volksschule derzeit konkrete Massnahmen. Zum einen steht die Möglichkeit einer erleichterten Dispensation für Französisch im Raum. Dabei muss sichergestellt werden, dass keinem Kind Bildungschancen verbaut werden. Weiter geht es um die verbindliche Einführung von Halbklassenunterricht und die Beschaffung eines neuen und besseren Französisch-Lehrmittels auf der Primarstufe. Schliesslich soll eine neue Bestimmung festlegen, dass Französisch nicht mehr in die Bewertung beim Übertritt in die Sekundarstufe miteinfliesst.