10. April 2018PHTG Veranstaltungen

Erfahrungen in der frühen Kindheit prägen die spätere Entwicklung und Gesundheit

Rund 500 Expertinnen und Experten für die Frühe Kindheit aus dem ganzen deutschspra-chigen Raum sind an den Campus Bildung Kreuzlingen gereist, um an der 23. Jahrestagung der GAIMH (German Association for Infant Mental Health) teilzunehmen. Diese interdisziplinäre Tagung wurde in Kooperation mit der ISPPM (Internationale Studienge-meinschaft für Prä- und Perinatale Psychologe und Medizin) und der Pädagogischen Hochschule Thurgau durchgeführt.

Die Teilnehmenden an der Tagung beschäftigten sich in zahlreichen Plenumsvorträgen und Workshops mit dem Thema «Berührung prägt – von Anfang an». Es wurden neueste Forschungserkenntnisse aus Psychologie, Medizin und Pädagogik zur Bedeutung von Berührung, Körpererfahrungen und Schwangerschaft für die Entwicklung in der frühen Kindheit präsentiert. Die Tagung gab einen Einblick in verschiedene psychotherapeutische und psychoedukative Ansätze und deren unterschiedlichen Umgang und Verständnis von und mit körperlicher und emotionaler Berührung. Die Tagung wurde mit dem Thema «Vernetzung – Fachpersonen auf Augenhöhe» abgerundet.

Die Beiträge zeigen eindrücklich auf, wie prägend bereits frühe Erfahrungen vor, während und nach der Geburt nicht nur für die kindliche Entwicklung, sondern für die Gesundheit über die ganze Lebensspanne ist. Aktuelle Forschungserkenntnisse aus Medizin und Psychologie zeigen wie zum Beispiel frühe Stresserfahrungen in der Schwangerschaft und der Neugeborenenzeit das Immunsystem nachhaltig verändern können. Weitere Ergebnisse beleuchten, dass eine gute Beziehung, z.B. durch viel Körpernähe zu frühen Bezugspersonen, wie Mutter und Vater, aber auch emotional verlässliche Beziehungen zu familienergänzenden Betreuungspersonen positive Bindungserfahrungen stärken und damit für die spätere Beziehungsgestaltung und das Sozialverhalten von Kindern prägend sind.

Insgesamt verdeutlicht die Tagung, dass der Themenbereich Frühe Kindheit Expertinnen und Exper¬ten braucht, welche eine interdisziplinäre Sicht auf die frühe Entwicklung haben und den Wissenschaft-Praxis Transfer machen können. Der Masterstudiengang Frühe Kindheit an der Pädagogischen Hochschule Thurgau und Universität Konstanz und das Kompetenznetzwerk Frühe Kindheit setzen sich genau dafür ein.

Kontakt | Informationen:
Prof. Dr. Sonja Perren, Brückenprofessorin Entwicklung und Bildung in der Frühen Kindheit | +41 71 678 57 44 | sonja.perren@phtg.ch