27. Juni 2018Berufsbildung

ABB: Gute Praktikumsplätze sind Gold wert

Viele Jugendliche sind in ihrer Berufswahl unentschlossen oder sind vielleicht bei der Lehrstellensuche auf Schwierigkeiten gestossen. Praxiseinsätze in Firmen und Begleitung durch die kantonalen Brückenangebote sind deshalb eine ideale Kombination.

 

Viele Jugendliche stehen nach der obligatorischen Schulzeit vor einer riesigen Auswahl und diversen Möglichkeiten für ihre Berufswahl. Nicht für alle ist der richtige Weg so klar ersichtlich. Jugendliche, die aus diesem Grund den Einstieg in die Berufswelt noch nicht geschafft haben, nutzen deshalb gerne die Chance eines Praxiseinsatzes kombiniert mit zwei Schultagen an den Brückenangeboten, die bei den Berufsfachschulen angesiedelt sind und somit durch den Kanton geführt werden.

Ziel dieses Brückenangebots «praktische Arbeit» (BA-P) ist es, eine Win-Win-Situation zu schaffen: Die Jugendlichen erhalten an ihrem Praktikumsplatz einen vertieften Einblick in den Beruf und die Firma und gewöhnen sich an einen Berufsalltag. Die Berufs- und Praxisnähe ermöglicht den Jugendlichen, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und neue zu erwerben. Der Praxisbetrieb andererseits lernt die Stärken und Schwächen der Jugendlichen kennen und kann bei einer Lehrzusage allfällige notwendige Unterstützung für einen erfolgreichen Ausbildungsstart veranlassen.

Die Praktikumsbetreuerin Sabine Stolz (Schlosserei, Metall-und Fahrzeugbau, Schwarzenbach) denkt, dass ein Praktikum auch vielen Lehrabbrüchen vorbeugt. Durchhaltewillen, Pünktlichkeit, Absenzen, Ausgeglichenheit, die Freude an der Arbeit und vieles mehr sind Themen, die nicht aus einer dreitägigen Schnupperlehre ersichtlich seien.
René Büchel (Berufsbildner Logistiker Diversey) hat sich mit seinem Team aus tiefer Überzeugung bereit erklärt, Praktikumsstellen in der Logistik anzubieten. Er sagt: «Die Jugend ist doch unsere Zukunft. 70 Prozent der Praktikanten, die bei mir waren, erhalten bei uns sogar einen Lehrvertrag als Logistiker EFZ oder EBA.»

Auch ehemalige Schüler der Brückenangebote ziehen eine positive Bilanz: «Ich wollte immer eine Lehre im Büro machen. Aus diesem Grund habe ich mich für ein KV-Praktikum entschieden. Nach kurzer Zeit merkte ich jedoch, dass das Büro nichts für mich ist. Ich bin ein Mensch, der sich bewegen muss. Ich freute mich deshalb auch immer, wenn ich dem Hauswart helfen konnte. Strom begann mich immer mehr zu interessieren. Als ich dann als Elektriker geschnuppert habe, ist mir klar geworden, dass dies der Beruf ist welchen ich ausüben will.» Allgemein lässt sich festhalten, dass die Rückmeldungen zu den Brückenangeboten durchwegs positiv sind. Daher gilt es allen Betrieben, die eine Praktikumsstelle anbieten, zu danken. Durch ihr Engagement ist es möglich, den Jugendlichen eine Chance für einen guten Start in den Berufsalltag zu geben.